° ° ° ° Ta Rialia ° ° ° °
Montag, 24. September 2007
Ruhestoerung
Neulich haben wir unsere erste offizielle Abmahnugn des Housing Offices bekommen, wegen zu lauter Partys und "Gatherings" in unserer Wohnung.
Aha. So nennt man das also wenn man zu fuenft (ohne jegliche Musik wohlgemerkt) auf dem Balkon sitzt und isst. Hier der Beweis:


Die Englaender haben jegliches positives mediteranes Lebensgefuehl auf dieser Insel eliminiert. Jetzt gehts hier zu wie einem deutschen Kleingaernterverein, aber eben mit 35 Grad im Schatten.

Aber mit Beruhigen durften wir feststellen, dass selbst das Housing Office die Beschwerde nicht ernst nimmt, da die sich beschwerende Omi wohl schon bekannt ist. Und das Housing Office sich wohl mittlerweile schon durch sie gestoert fuehlt.

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Kompliziert
Aaaaaach, das Studentenleben ist so verdammt kompliziert! Scheiss Buerokratie! Und damit meine ich die deutsche! Der zyrpiotischen kann ich mich zumindest entziehen. Aber wenn ich 500 Euro pro Semester bezahle, erwarte ich, dass eine Anrufbeantworter mir verdammt noch mal mitteilt WANN ich jemanden telefonisch erreichen kann und nicht: Leider sind wir im Moment mit Arbeit ueberlaster und werden deswegen nicht das Telefon beantworten. Bitte kommen sie persoenlich vorbei.

WIE BITTE?????

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Dienstag, 18. September 2007
Come back on Monday
Der Satz bezieht sich auf das Hinauszögern verschiedener Mitarbeiter der Uni. So wird einem im Grunde jedes mal, wenn man etwas fragt/sagt/erledigen/ausfüllen/bezahlen/einreichen will geantwortet: „Komm Montag wieder. Jetzt kann ich dir nicht helfen.“
Das Verwaltungsgebäude der Uni liegt leider außerhalb der Stadt, das heißt man muss dort mit dem so gut wie nicht existenten Nahverkehr hinfahren. Die Uni hat hierfür einen eigenen Bus eingerichtet, der vom zwischen neuem und altem Campus fährt. Der Bus fährt alle 90 min. Ja, 90!!
Der einzige Tag an dem man so viel Zeit zur Verfügung hat um zum neuen Campus zu fahren ist Mittwoch, da dort keine Vorlesungen stattfinden. Am Mittwoch aber fährt der Bus nur alle 2,5 Stunden, weil dort ja eben keine Veranstaltungen stattfinden.
Als ich nun also am letzten Mittwoch zum Campus fuhr um meine Miete zu bezahlen, durfte ich mein Geld wieder mit nach Hause nehmen, da man keinen Quittungsblock finden konnte. Als ich zu Hause ankam waren es 35° C Grad und mein Tag war gelaufen. Ich überlege nun gar keine Miete zu bezahlen, sondern das Geld hier zu sammeln und zu warten bis DIE hier her kommen.

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Langsam wird’s interessant
So langsam kristallisieren sich untern den Erasmus-Studenten erste Freundschaften und Feindschaften heraus. Es gibt die ersten gebrochenen Herzen und die ersten verschmähten Lieben. Als Kulturwissenschaftlerin finde ich diesen Mirkokosmos natürlich wunderbar zu betrachten und als Seifen-Oper-Fan fiebere ich bei den Dramen mit.
So gut wie alle sind sich darüber einig wer nicht gemocht wird und die Anhänger der kulturellen Bildung distanzieren sich von dem Ballermann-Saufen-Saufen-Saufen-Pöbel. Die einen fahren am Wochenende nach Agia Napa (der Ballermann Zyperns) und die anderen kucken sich im Norden eine ehemals venezianische Stadt an. Fotos folgen.

Unter den Studenten helfen gemeinsame Feindschaften bei der Entwicklung kleiner Freundschaften. Ebenso das Verzweifeln an der zypriotischen Bürokratie, sowie der mittlerweile zum running-gag gewordene Satz: Come back on monday! tragen zur Entwicklung eines Zusammengehörigkeit bei.

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Freitag, 14. September 2007
Einladung
Ich wurde gerade vom Physik-Department eingeladen zu dem Vortrag:
“Axionic gaugings in N=4 supergravities”

Na, wenn das mal nicht spannend wird!

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Donnerstag, 13. September 2007
Rüber gemacht
Gestern hab ich zum ersten Mal rüber gemacht. Rüber in die offiziell nicht existente Republik Nord Zypern. Ins besetzte Gebiet.
Das Gefühl war schon etwas komisch.
Grenzüberquerungen zu Fuß sind mir ja schon aus Mittelamerika bekannt.
Aber das war anders.
Die Stadt ist ja bekannter Weise geteilt. Durch die Mitte verläuft eine Mauer und damit auch die Grenze.
Die sternförmigen Mauern die man auch auf dem Bild oben im Blog sieht, gibt es auch immer noch. Sie prägen das Stadtbild wirklich sehr und das macht es noch bizarrer auf die andere Seite zu gehen. Man begibt sich in ein anderes Land, aber das Prägnante, die Mauern bleiben.
Das Zentrum von Lefkosia auf der anderen Seite ist, so weit ich es gesehen habe, sehr schön. Alles ist unglaublich sauber und grün! Aber das ist eben nur das Zentrum. Ich habe mir überlegt, ob das vielleicht zur Propaganda der Regierung gehört, dort alles prächtig aussehen zu lassen, damit die Touristen, die mal eben schnell rüber kommen einen guten Eindruck haben. Wenn man dann aber etwas weiter fährt, wird alles schnell wirklich armselig im Gegensatz zu dem reichen Zypern.
Aber der Vorteil der Armut (oder des „nicht-ganz-so-reich-seins“) ist, dass das Busnetz zwischen den Dörfern wirklich gut ausgebaut ist, weil eben nicht alle ein Auto haben. (Hier wird man ja immer schief angekuckt, wenn man sagt, man würde den Weg nach Hause zu Fuß bestreiten. Marathon-Anmutende 20 Minuten!)
Wir sind dann in die „Geisterstadt“ Famagusta gefahren und haben uns die venezianische Festung angekuckt, einen Döner gegessen (na klar!!! The return of the machine!) und sind noch kurz an den Strand und ins Wasser gehopst.
Der hintere Teil des Strandes liegt im UN-Sperrgebiet (ich weiß nicht ob das der korrekte Terminus ist), ist mit Stacheldraht abgetrennt und ist von riesigen Hotelbauten gesäumt, die aber alle seit 1974 verlassen sind und eben wie eine Geisterstadt dastehen.
Die Griechen haben mit der Invasion der Türken die Stadt wohl so schnell verlassen, das man munkelt, man konnte später in den Fenstern noch Lichter brennen sah, da sie es nicht mehr geschafft haben, es auszuschalten bevor sie flüchten mussten. Beim Autohändler sollen noch Alfa Romeo Modelle von 1974 im Schaufenster stehen. Außerdem soll im Tresor der Bank auch noch ein Schatz liegen. Ich stelle mir vor, dass man den dann irgendwann öffnet und da liegen dann 2000 griechische Drachmen drin. 5 Euro. Haha!
Nee, geht ja gar nicht. Die hatten ja immer ihr eigenes Geld. Aber ne schöne Vorstellung wäre es schon.

Ich habe dann schnell noch eine Sucuk und Baklava gekauft und bin wieder zurück ins richtige Zypern. Aber am Wochenende geht’s wieder rüber. Einfach nur weil es da jede Stunden einen Bus an den Strand gibt. Ha.

Und jetzt allen ein Happy Ramadan!

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Montag, 10. September 2007
Poesie
Goethe wirkt nochmal doppelt so doll wenn man ihn auf Griechisch schreibt:

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Mein neuer Freund
07.09.07

Heute habe ich mir einen Locher gekauft.
Sein Name ist Erich Krause.
Jawohl.
Ich finde die Poesie, die in diesem Namen einfach bezaubernd und ich fragte mich, wie man wohl auf die Idee kommt einen Locher Erich Krause zu nennen und den dann für 1,40 CYP zu verkaufen.
Das Rätsel löste sich dann als ich die Packung genauer studierte.
Er wurde nach seinem Designer benannt: „Designed by Erich Krause“.
Ich frage mich ob Erich Krause auf seiner Visitenkarte
„Erich Krause – Locher-Designer“ stehen hat. Und was hat man für ein Leben, wenn man Locher-Designer ist?
Studiert man dann Bürobedarf-Design mit Spezialisierung auf Locher?
Oder ist das ein eigenständiger Studiengang?
Ich frage mich auch ob ich überhaupt wollen würde, dass man einen Locher nach mir benennt.
Man stelle sich vor man beendet die Schule und die Uni und dann dödelt man so vor sich hin und dann hat man aber nicht so richtig was zu tun und dann wird man eben Locher-Designer und dann steht da der eigene Name drauf. Und auf dem nächsten Klassentreffen heißt es dann auf einmal: „He, Judith! Ich hatte neulich einen deinen Locher in der Hand!“ Ich glaube stolz wäre ich dann nicht.
Ich möchte nicht, dass ein Locher nach mir benannt wird. Aber mein Name ist ja auch nicht so poetisch wie „Erich Krause".

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Donnerstag, 6. September 2007
Der zypriotische Student
Eigentlich müsste man sagen: Die zypriotische Studentin.
Denn 95% der Studenten sind Studentinnen.
Und eines muss ich mit aller größter Deutlichkeit festhalten: Ich bin total underdressed.
Ja, ich weiß ich habe mal gesagt, 35°C sind kein Grund auf passende Accessoires zu verzichten, aber auf Make-up kann ich da sehr wohl verzichten. Wie kann man sich bei solchen Temperaturen nur so viel Zeug ins Gesicht klatschen, das dann auch noch hält??? Wahrscheinlich ist der Fehler, den ich mache, dass ich kein klimatisiertes Auto habe. Dann könnte ich nämlich auch perfekt geschminkt, mit Turm-Frisur und langen Jeans und Turnschuhen in die Uni kommen.
Da ich aber bei bis zu 38°C ne halbe Stunde zu Fuß laufen muss, ist das einzige worauf ich jeden Morgen penibel achte, dass meine Haare zurück gebunden sind und nicht meine Schultern berühren und unnötig die Hitze fördern.
Und die Mädels sind so gut wie alle einen Kopf kleiner als ich, mit ihren Frisuren sind sie dann aber doch wieder größer.
Ich verweise hiermit an die Stelle bei Max Goldt (wo genau das ist, kann ich jetzt nicht sagen – jaja, schlechtes wissenschaftliches Arbeiten) wo er über Frauen mit anstrengenden Frisuren schreibt. „Und wer jetzt nicht weiß, was eine anstrengende Frisur ist, der möge bitte im Lexikon unter „Frisur, anstrengende“ nachkucken.“ Oder nach Zypern fahren. (Ich glaube als ich in Saloniki war, habe ich auch schon darauf verwiesen).
Aufgefallen ist mir dass von 5 Vorlesungen ganze 3-mal an die Selbstständigkeit der Studenten appelliert wurde. Sie sollen nicht nur auswendig lernen und nachplappern was der „Lehrer“ sagt, sondern selber Überlegungen anstellen.
Und es wurde auch extra gesagt, dass diese Art des Lernens ja im Gegensatz zu dem steht, was in der Schule gelehrt wird. Ich sehe also wir befinden uns in einem autoritär lehrenden Schulsystem. Das habe ich aber auch erwartet. Ich frage mich nur, ob man nach 12 Jahren Nachplapperns und Auswendiglernens einfach so auf „Freidenker“ umschalten kann. Ich bezweifele das, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Vielleicht kann ich ja einen Unterschied zwischen den Erstsemestern und den Master-Studierenden ausmachen. Allerdings kann es natürlich auch sein, dass die Master-Studierenden eh schon Freidenker waren oder zumindest in Ansätzen dahin tendierten. Und es ist höchstwahrscheinlich auch so, dass man, wenn man das eh nicht in sich hat, man auch überhaupt keinen Spaß an wissenschaftlichem Arbeiten hat, denn dann ist es ja nur Zwang. Und dann macht man wohl auch keinen Master.
Man müsste mal eine länger andauernde Forschungsarbeit über die Entwicklung von der Lernweise in einem autoritären Schulsystem zu einem Freidenkerdasein machen.
Geht das überhaupt?

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Mittwoch, 5. September 2007
Luege
Ich moechte ergaenzen, dass die Temperaturkurve unten eine glatte Luege ist! Es sind nicht 25 Grad. Nicht mal annaehernd. Am Wochenende waren es 38 Grad! Und es gibt hier nicht sowas wie Hitzefrei. Das ist ueberhaupt nicht witzig und macht auch keinen Spass!

Und ohne Auto um an den Strand zu kommen ist alles noch viel unwitziger.

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