° ° ° ° Ta Rialia ° ° ° °: Wie man sich einschreibt
Freitag, 31. August 2007
Wie man sich einschreibt
Die Uni ist wie erwartet etwas chaotisch. Alle sind aber sehr hilfsbereit. Professoren, Angestellte und Studenten. Weil sich auch gerade Erstsemester einschreiben wird man sofort angesprochen, wenn man mit einem Stapel Papieren auf dem Schoß und einem doofen, leicht verzweifelten Gesichtsausdruck irgendwo herum sitzt. Und dan wird das Handy gezückt und sofort wird irgendein Prof angerufen und gefragt. Das Problem löst sich dann zwar nicht immer, aber man fühlt sich auf jeden Fall besser!
Für mich ist das Einschreiben relativ problemlos abgelaufen, wenn ich so höre was bei anderen passiert ist. Das Vorlesungsverzeichnis ist nicht auf Anhieb zu durchschauen, da nicht ersichtlich ist, was eine Vorlesung und was ein Seminar ist. Außerdem ist auch nicht klar, was für B.A. und was für M.A. Studenten vorgesehen ist. Ich habe nun aber alle meine Veranstaltungen gefunden und hoffe, dass ich auch in allen akzeptiert werde, also einen Platz bekomme. Hoffentlich bekomme ich keine Schnappatmung, wenn ich auf einmal mit 70 Leuten und nicht mehr mit 7 in einer Vorlesung sitze.
Was, wie ich denke, erstmal sehr anstrengend wird ist, dass die Seminare hier 3stündig sind. Und wenn ich alles richtig verstanden habe sind damit auch drei Zeitstunden und nicht Schulstunden gemeint. Und eine akademische Viertelstunde ist auch nicht vorgesehen, nur eine 15-Minuten-um-in-das-andere-Gebäude-zu-laufen-Pause.
Was alles unnötig kompliziert macht, sind die unglaublich langen Wege zwischen den Uni-Gebäuden. Das Institut für Neugriechisch und Byzantinistik ist nicht besonders weit weg von der Uni. Den Weg schafft man locker zu Fuß. Das Hauptgebäude der Uni aber ist auf dem neuen Campus am Stadtrand und dort kommt man nur mit dem Auto oder dem Bus hin (oder mit dem Militär, denn der türkisch besetze Teil ist nur 500 m enfernt). Der Bus fährt allerdings nur sehr unregelmäßig und die wenigsten Einheimischen wissen, dass dort ein Bus hinfährt. Ich habe 3 Zyprioten gefragt wie ich zur Uni komme und drei Mal bekam ich die Antwort: Mit dem Taxi.
Selbst im Erasmus-Büro sagte man mir, man könne mir ein Taxi rufen damit ich nach Hause komme. Die drei Austausch-Studenten, die ich gefragt habe, sagten mir es gibt sehr wohl einen Bus. Man muss eben nur geduldig sein und warten bis er kommt.
Ich hoffe, ich bin für diese Woche durch mit dem Hauptgebäude und kann hier in der Stadt, in der zivilisierten Welt bleiben.
Fazit: Hätte man VOR ANKUNFT ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis bekommen und bei Ankunft ein Auto gemietet oder etwas in der Richtung, wäre vieles Einfacher abgelaufen. (Mir wurde leider vorher gesagt, dass es das Verzeichnis erst beim Einschreiben gibt, was eine Fehlinformation war, wie sich herausstellte).

Ganz wichtig: Ein Mobiltelefon! Und weil es so spottbillig ist mit dem Handy zu telefonieren, kann immer bei allen Professoren anrufen und fragen, wo das Seminar stattfindet und ob man teilnehmen darf. Hihi.
Aber im ernst: Ich habe bis jetzt den Eindruck, dass die Menschen hier, wenn auch alles sehr chaotisch ist, sehr hilfsbereit sind und überhaupt nicht unhöflich, wenn man etwas nicht versteht. In Griechenland (der Vergleich liegt ja nahe) kommen mir die Menschen oft arroganter vor.

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